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Abläufe und Rinnen richtig planen und ausführen

Bauwerke und Bauteile, die dauerhaft durch Feuchtigkeit in Anspruch genommen werden, stellen hohe Anforderungen an den Schutz gegen Durchfeuchtung. Das gilt für gewerblich genutzte Flächen ebenso wie für private Bäder, beim Neubau genauso wie im Rahmen einer Sanierung. Der Übergang zwischen einer Durchdringung und einer Flächenabdichtung muss dauerhaft dicht sein.
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Eine solche Durchdringungen von Flächenabdichtungen (AIV) liegt bei Abläufen und Rinnen vor. Um diese dauerhaft wasserdicht anzuschließen, muss der verantwortliche Planer die unterschiedlichen Gewerke Installateur, Estrichleger und Fliesenleger aufeinander abstimmen. Hierzu zählen die realistische Einschätzung der Wassereinwirkungsklassen, die sorgfältige Materialauswahl sowie die regelkonforme bauliche Ausführung. Nur mit diesem Zusammenspiel lässt sich eine dauerhafte Funktion sicherstellen.

Bei Botament wählen Sie in jedem Fall aus dem Besten und profitieren von perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten für jeden Einsatzbereich. Denn von der Verbundabdichtung über Entwässerungssysteme bis hin zur Bauchemie liefert Botament alles komplett aus einer Hand.

Was Sie darüber hinaus bei der Planung und Ausführung von Abläufen und Rinnen in Verbindung mit Abdichtungen im Verbund (AIV) müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Grundlagen

Um Bauschäden zu vermeiden, muss der Übergang zwischen der Verbundabdichtung und dem Ablauf dauerhaft dicht ausgeführt werden, wobei der Materialwechsel zwischen beiden Ebenen durch eine Dichtmanschette oder einen ausreichend breiten Anschlussflansch (mind. 5 cm) überbrückt werden muss. Botament bietet in seinem Sortiment eine Vielzahl an Punkt- und Linienabläufen – und das führt zu einer großen Menge möglicher Kombinationen von Abläufen/Rinnen und Verbundabdichtungssystemen. Für Planer und Verarbeiter gilt daher zu klären: Welches Modell passt zu welchem Verbundabdichtungssystem? Welche Einbausituationen sind damit abgedeckt? Und was ist beim Einbau zu beachten?

Planung

Eine Unterbrechung der AIV durch Bodenabläufe oder Rinnen erfordert besondere Maßnahmen und sorgfältiges Vorgehen, damit der Schutz des Estrichs, der Trittschall- und/oder Wärmedämmung gegen Durchfeuchtung nicht verloren geht.

Klären Sie zuerst die Wassereinwirkungsklasse, in die die Fläche eingeordnet werden muss, also beispielsweise Wassereinwirkungsklasse W2-I für Bodenflächen in Nassräumen mit hoher Beanspruchung wie Bäder mit bodengleichen Duschen. Bei zusätzlicher chemischer Beanspruchung wie in Großküchen muss das Abdichtungssystem außerdem über eine entsprechende Prüfung (BK C) verfügen.

In Abhängigkeit von Wassereinwirkungsklasse und Untergrund muss nun ein geeignetes AIV-System ausgewählt werden. Dabei dürfen nur geprüfte AIVs und Dünnbettmörtel mit abP/ETA im System zur Anwendung kommen. Die Bauprodukte sind so auszuwählen, dass sie sowohl die Anforderungen an das Bauprodukt selbst erfüllen als auch untereinander verträglich und dauerhaft kombinierbar sind. Bei Systemprodukten von Botament gehen Sie auf Nummer sicher und profitieren von perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten für jeden Einsatzbereich.

Für das daran anschließende Entwässerungskonzept orientieren Sie sich an der DIN 1986-100 für die Gebäude- und Grundstücksentwässerung. Dabei müssen Abläufe/Rinnen, insbesondere die konstruktive Ausführung des Anschlusses, natürlich für die verwendete AIV geeignet sein. Auch hier finden Sie bei Botament passende Lösungen für jeden Anspruch.

Damit beim Bodenaufbau Installateur, Estrichleger und Fliesenleger gemeinsam ein einwandfreies Ergebnis erzielen können, muss bei der Planung das Zusammenspiel dieser Gewerke koordiniert werden.

Produktauswahl Abläufe und Rinnen

Grundsätzlich stehen Ihnen bei Abläufen/Rinnen drei Konstruktionsvarianten offen, mit denen der Anschluss an die AIV erfolgt:

  • eine bauseitige Klebeverbindung der Dichtmanschette oder Gewebematte
  • eine bauseitige Klemmverbindung der Dichtmanschette oder Gewebematte
  • eine werksseitig ausgeführte Verbindung der Dichtmanschette mit Eignungsnachweis und Einbauvorschriften des Herstellers

Gemäß DIN EN 1253 unterscheidet man zudem zwischen

  • Ausführung mit Klebeflansch:
    eine nutzbare Mindest-Flansch-breite F von 30 mm umlaufend und gut klebefähiger Oberfläche, wie zum Beispiel ABS oder Kunststoffe mit integrierten PP-Vlies, Edelstahl oder Polymerbeton. Achtung: Vermeiden Sie die Verwendung von selbstklebenden Dichtmanschetten oder Industrieklebebänder mit Quarzsand.
  • Ausführung mit Klemmflansch:
    eine Mindest-Flanschbreite von 40 mm für den Los- und 50 mm für den Festflansch in Verbindung mit einer geeigneten Dichtmanschette oder Gewebeeinlage für alle Beanspruchungsklassen

TIPP: Bei keramischen Fliesen- und Plattenbelägen sowie Naturwerksteinen ist eine Sickerwassereinleitung zur Vermeidung von Staunässe und Ausblühungen zu bevorzugen.

Je nachdem, welche der genannten Lösungen bei Ihnen zur Anwendung kommen soll, ergeben sich daraus besondere Anforderungen an die nachfolgenden Arbeitsschritte. Deren Ziel ist jedoch immer das gleiche: Die dauerhaft dichte Ausführung des Übergangs von der Abdichtung im Verbund zur gewählten Entwässerung (Ablauf oder Rinne).

Produktauswahl AIV

Achten Sie bei der Entscheidung für eine AIV darauf, dass der baurechtliche Verwendbarkeitsnachweis gemäß ETAG 022 T1 oder gemäß DIBt-Bauregelliste A, Teil 2 des DIBt und den Prüfgrundsätzen für Abdichtungen im Verbund (PG AIV-F) für die Beanspruchungsklassen A, B bzw. C vorliegt. Bei der Verarbeitung flüssiger AIV gilt DIN EN 14891 für „Flüssig zu verarbeitende wasserundurchlässige Produkte im Verbund mit keramischen Fliesen- und Plattenbelägen“. Vor der Entscheidung für den Einsatz einer Dichtmanschette oder Gewebematte müssen Sie sicherstellen, dass dieser Einsatz durch eine geeignete Systemprüfung des Herstellers der AIV spezifiziert und legitimiert wurde.

Bauliche Ausführung

Vor dem Beginn der eigentlichen baulichen Maßnahmen sollten Sie sicherstellen, dass eine Akklimatisierung aller Materialien an die Umgebungstemperaturen erfolgen konnte und die Einhaltung der vom Hersteller angegebenen Verarbeitungstemperaturen gewährleistet ist. Vor dem Einbau von Ablauf oder Rinne ist eine standsichere und verwindungssteife Verbindung zur Lastverteilungsschicht (Estrich) durch weitgehend hohlraumfreie Verfüllung mit geeigneten Verguss- oder Epoxidharz-Mörteln herzustellen. Bei der Verwendung zementärer Vergussmörtel sollte eine kraftschlüssige Verbindung von Ablauf oder Rinne mit entsprechenden Verankerungselementen sichergestellt werden.

Tipp: Wenn Sie den Verbund zwischen Ablauf oder Rinne und Lastverteilungsschicht nur über Adhäsion, also einen kraftschlüssigen Haftverbund, erreichen wollen, verwenden Sie Epoxidharz. Calciumsulfat-gebundene Estriche/Mörtel nach DIN 18560 sind nicht geeignet.

Bereiten Sie in der Folge die Flansche am Ablauf oder an der Rinne für den Einbau vor, indem Sie alle Verunreinigungen wie Fett, Mörtelreste oder Staub sorgfältig entfernen. Vermeiden Sie unbedingt eine erneute Verschmutzung der Flansche, beispielsweise durch Gleitmittel. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie einen Ablauf bzw. eine Rinne mit werksseitig konfektionierter Systemmanschette verwenden. Anderenfalls muss vor dem Einbau ein passender Zuschnitt erfolgen. Achtung: Die Dichtmanschetten sind bis zur Einbindung in die AIV gegen Verletzung und Verschmutzung zu schützen. Ist die Verwendung von Dichtbändern erforderlich, müssen diese fachgerecht gemäß den Vorgaben des Herstellers eingebunden werden. Bei Klemmverbindungen ist die Dichtmanschette oder Gewebeeinlage mit einem ausreichenden Drehmoment gemäß Ablaufhersteller zu befestigen. Bei Klebeverbindungen ist die Dichtmanschette gemäß den Vorgaben des Herstellers mit dem gewählten Klebersystem zu verbinden. Die Überlappung der Dichtmanschetten bzw. Dichtbänder zu den Klebeflanschen der Abläufe/Rinnen ist ebenfalls gemäß der Montagevorgaben der jeweiligen Hersteller auszuführen.

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